Die Zero-Waste-Mentalität ist im Trend. Rund um die Welt setzen Menschen auf die 5R-Methode, um so wenig Abfall wie möglich zu verursachen. Dabei geht es darum, sich Stück für Stück von einer Wegwerf-Gesellschaft wegzubewegen. Man versucht dabei, nicht direkt sein ganzes Leben auf den Kopf zu stellen, sondern seine Gewohnheiten Stück für Stück zu ändern, um sich dem «Zero» so weit wie möglich anzunähern. Die „fünf R“ sind dabei die Merkhilfe, um dieses Ziel zu erreichen.

Auf der Seite von Zero Waste Switzerland findet Ihr die gesamte Erklärung des Prinzips. Für eilige haben wir die fünf R kurz erklärt:

Die fünf R der Zero-Waste Bewegung.
Grafikelemente von Turkkub auf Flaticon

1. Refuse (verweigern)

Refuse bedeutet, dass wir uns bei Gegenständen, die wir kaufen oder bekommen könnten, immer zuerst überlegen sollen, ob wir sie auch brauchen. Das bezieht sich beispielsweise auf Wegwerfbecher, Plastiktüten oder Gratismuster. Die Idee ist, dass diese Produkte, wenn genug Leute mitmachen, zukünftig nicht mehr in so grossen Mengen produziert werden, weil die Nachfrage sinkt.

2. Reduce (reduzieren)

Wenn man etwas nicht verweigern kann, überlegt man, ob es reduziert werden kann. Reduzieren bedeutet, auf Qualität statt auf Quantität zu setzen. Man verringert den Überfluss, indem man nur noch hochwertige Gegenstände besitzt, die man auch wirklich benötigt.

3. Reuse (wiederverwenden)

Wenn etwas nicht reduziert werden kann, sollte man über Wiederverwendung nachdenken. Es geht hier darum, dass man Dinge nicht wegwerfen muss. Dazu kann man beitragen, indem man auf nachhaltige Materialien setzt und zum Beispiel Einkaufstaschen aus Stoff statt die Einwegvariante aus Plastik benutzt. Auch eine Trinkflasche aus Glas oder Metall gehört in diese Kategorie, genauso wie Second-Hand-Käufe und Reparaturen oder Umnutzung von Gegenständen, wenn sie ihren Zweck nicht mehr erfüllen.

4. Recycle

Wenn etwas nicht mehr zu retten ist, und keine andere Möglichkeit bleibt, gibt man es zurück in den Wertstoffkreislauf. Hier ist zu beachten, dass mit jedem Durchgang die Qualität der Ressourcen abnimmt. Daher sollte man auch mit Materialien, die man recyclen kann, nicht verschwenderisch umgehen.

5. Rot (kompostieren)

Organische Abfälle werden kompostiert, damit die Nährstoffe zurück in die Erde geführt werden können.

Bild von Kaboompics .com auf Pexels

Wenn man alle fünf dieser Prinzipien so gut wie möglich anwendet, sollte an dieser Stelle viel weniger Restmüll übrig bleiben.

Und was hat das mit Sharing zu tun?

Sharing setzt bei den Punkten zwei und drei an. Reduzieren kann man auch in einer Nachbarschaft, einem Wohnblock oder unter Freunden. Man kann sich mit den Nachbarn einen Rasenmäher teilen. Wenn man ihn gemeinsam kauft, kann man mit geteilten Kosten ein besseres, langlebigeres Produkt kaufen, das man reparieren statt ersetzen kann. Damit spart man Ressourcen ein und fördert auch das Zusammenleben. Auch viele Gegenstände, die man nur wenige Male pro Jahr benutzt wie Wagenheber, Bohrmaschinen, Leitern oder Festbankgarnituren, kann man sich ausleihen oder gemeinsam anschaffen. Hierbei helfen auch Plattformen wie Sharely oder Pumpipumpe, wenn man etwas bei den Nachbarn nicht gleich findet.

Das Wiederverwenden finden wir ebenfalls in verschiedenen Sharing-Angeboten wieder. Hier sind die Käufe von gebrauchten Produkten zu nennen, in unserer Typologie sequentielles Sharing genannt. Dinge, die jemand nicht mehr benötigt, wurden bereits produziert. Die Ressourcen liegen jetzt aber ungenutzt in Brockenhäusern und Second-Hand Läden, oder sind auf Online-Marktplätzen inseriert. Wir können Kleider, Elektrogeräte, Bücher, Möbel oder Haushaltsgegenstände gebraucht kaufen, und damit diese Ressourcen wieder nutzen.

Auch Repair Cafés helfen beim Wiederverwenden. Freiwillige Expertinnen und Experten helfen dabei, kaputte Elektrogeräte oder Kleider zu reparieren, damit man sie nicht wegwerfen muss. Damit wird die Lebensdauer dieser Gegenstände ebenfalls verlängert und ein Neukauf kann verhindert werden.

Sharing löst nicht alle Umweltprobleme. Zero Waste fängt vorher an, beim Verweigern. Doch es gibt Dinge, ohne die wir nicht leben wollen. Es wird immer etwas geben, das wir kaufen müssen oder wollen. Bei diesen Dingen können wir aber auch etwas bewirken, indem wir sie gebraucht kaufen, teilen oder reparieren statt sie wegzuwerfen. Warum also nicht ein bisschen mehr sharen, um die Welt ein kleines Stück nachhaltiger zu machen?

Titelbild von Kaboompics .com auf Pexels

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.